Bin Laden droht Israel mit heiligem Krieg

"Blut für Blut", "Zerstörung für Zerstörung": Osama bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, wendet sich in einer neuen Botschaft an seine Anhänger. Darin droht er ungewöhnlich scharf, seinen "heiligen Krieg" auf Israel auszuweiten. Fast eine Stunde lang ist die neueste Videobotschaft von Al-Qaeda-Chef Bin Laden.

Osama bin Laden hat Israel in einer Botschaft mit Anschlägen gedroht. "Ich möchte unserem Volk in Palästina versichern, dass wir unseren Dschihad dort ausweiten werden", sagte der Anführer des Terrornetzwerks Al Qaeda in einer Tonbanderklärung, die am Samstag im Internet veröffentlicht wurde.

"Ich möchte unseren Leuten in Palästina versichern, dass wir unseren heiligen Krieg dorthin ausweiten", sagt Bin Laden in seiner Audiobotschaft. "Wir haben vor, Palästina zu befreien - das ganze Palästina vom Jordanfluss bis zum Meer", droht er. Dann wird der Islamist fast biblisch: "Blut für Blut. Zerstörung für Zerstörung", wettert er. Man werde keinen Zentimeter Land an Juden abtreten, wie andere muslimische Führer dies getan hätten.

Bin Laden und andere Al-Qaeda-Führer haben bereits mehrfach angekündigt, die Palästinenser zu unterstützen. Die neuen Äusserungen waren jedoch deutlich schärfer formuliert als bisher. Bin Laden und andere Qaida-Führer drohen regelmässig damit, Jerusalem und Palästina zu befreien. Die neuste Botschaft ist jedoch sprachlich schärfer formuliert als Bin Ladens frühere Botschaften.

Bin Laden kritisiert zudem die schiitische Terroristengruppe Hisbollah dafür, nach dem Krieg mit Israel im Sommer 2006 die Stationierung von Uno-Gruppen im Südlibanon zugelassen zu haben. Al-Qaida gehört einer Islam-Schule an, die Schiiten als Ungläubige ansieht.

Israel warnte in der Vergangenheit vor einer wachsenden Aktivität al-Qaidas im Land, Experten sprachen bislang aber noch nicht von einem direkten Einfluss des Terrornetzwerks in der Region.

Im Mittelpunkt der 56 Minuten langen Rede stand der Irak. Bin Laden warnte die Sunniten dort davor, die Al Qaeda zu bekämpfen oder sich der Regierung anzuschließen, denn dies würde sie in die Hölle führen. "Die schlimmsten Verräter sind die, die ihre Religion für ihr sterbliches Leben verkaufen", sagte er.

Islamischer Staat Irak als "Mauer des Widerstands"

Der Grossteil der 56-minütigen Brandrede befasst sich mit der Situation im Irak. Bin Laden bezog sich damit offenbar auf sunnitische Stämme in der Provinz Anbar im Westen des Iraks, die gemeinsam mit den irakischen oder den US-Streitkräften Aufständische bekämpfen. Er warnt sie davor, al-Qaida zu bekämpfen oder sich der Regierung anzuschliessen. "Die schlimmsten Verräter sind die, die ihre Religion für ihr sterbliches Leben verkaufen", poltert der Top-Terrorist. Scharf verurteilt Bin Laden den sunnitischen Klanchef Abdul Satter Abu Rischa, der im Kampf gegen die Extremisten mit den USA zusammenarbeitete. Er wurde bei einem Bombenanschlag im September getötet.

Die amerikanischen und irakischen Behörden versuchten, eine Regierung der nationalen Einheit aus Sunniten, Schiiten und Kurden zu bilden, sagte Bin Laden weiter. "Unsere Pflicht ist es, diese Pläne zu vereiteln, weil sie die Errichtung eines islamischen Staates im Irak verhindern könnten, der eine Mauer des Widerstands gegen die amerikanische Pläne zur Teilung des Iraks wäre."

David Petraeus, der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, hatte erst wenige Stunden vor Veröffentlichung von Bin Ladens Botschaft darauf hingewiesen, dass al-Qaidas Furcht, die Unterstützung der sunnitischen Araber im Irak zu verlieren, stetig wachse. Mehrere Stammesoberhäupter hätten sich von den Terroristen abgewandt und Allianzen mit den USA gebildet.

Die Botschaft unterstreiche die Bedeutung des Kampfes gegen die Al Qaeda im Irak, erklärte ein Sprecher des Weissen Hauses in Washington, Tony Fratto. Die Tonbandaufnahme wurde nach Angaben eines in Washington ansässigen Forschungsinstituts vom al-Qaida-Propagandaarm "As-Sahab" auf islamistischen Webseiten veröffentlicht. Die Rede trage den Titel "Der Weg zur Durchkreuzung von Verschwörungen". Die Echtheit des Bands konnte von unabhängiger Seite zunächst nicht bestätigt werden. Die Stimme ähnelte jedoch der Bin Ladens.

Quelle: jns undAgenturen
30.12.2007

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