Neue Hizbollah-Angriffe aus Libanon?
Ein Jahr nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah in Libanon ist entlang der Grenze beider Länder scheinbar der Alltag wieder eingekehrt.
Doch die Spannungen sind mit Händen zu greifen, und die israelische Bevölkerung rechnet mit neuen Kämpfen. Denn Experten gehen davon aus, dass die schiitische Hizbollah-Miliz die Zeit seit dem Waffenstillstand im August vergangenen Jahres genutzt hat, um sich auf neue Auseinandersetzungen vorzubereiten.
«Bisher ist alles ruhig. Aber seit einiger Zeit liegt Spannung in der Luft. Wir spüren, dass sich ein neuer Krieg anbahnt, und wir sind ratlos», sagt der 57-jährige Schula Assajag. Er betreibt eine Herberge in Sarit, einem kleinen israelischen Dorf nahe der Grenze.
Ganz in der Nähe von Sarit hatte die Hisbollah am 12. Juli 2006 zwei israelische Soldaten entführt und damit die militärischen Auseinandersetzungen ausgelöst. Die israelische Armee reagierte umgehend mit schweren Militärangriffen auf die Stellungen der Miliz in Libanon, die auch die Hauptstadt Beirut trafen. Von den beiden entführten Soldaten fehlt bis heute jede Spur.
Kriegsende durch UNO-Resolution
Mit der Resolution 1701 hatte der UNO-Sicherheitsrat dem Krieg am 14. August nach 34 Tagen ein Ende gesetzt. Blauhelm-Soldaten unterstützten fortan die libanesische Armee, die erstmals in der bis dahin von Hizbollah-Milizionären kontrollieren Grenzregion zu Israel Fuss fasste.
Der Krieg im vergangenen Jahr hat 163 Israelis, darunter 119 Soldaten und 44 Zivilisten, das Leben gekostet. Auf libanesischer Seite starben mehr als 1200 Menschen, vor allem Zivilisten.
In den israelischen Grenzorten sind die Kriegsschäden so gut wie behoben. Auch die für die Region wichtige Tourismusindustrie hat sich trotz grosser Einbrüche langsam wieder erholt.
Provokationan am Grenzzaun
Aber den Anschein von Normalität halten Anwohner und Experten für trügerisch. «Wir hören die Provokationen der Hizbollah, die aus den Lautsprechern ihrer Moscheen schallen», sagt Schula Cohen, eine Einwohnerin Sarits.
Vor kurzem seien Hizbollah-Anhänger in die Nähe des Grenzzauns gekommen, berichtet sie. Sie hätten ihr gelbes Banner gehisst und sie beobachtet. «Das kleinste Geräusch lässt uns zusammenzucken. In der Nacht habe ich Angst und denke, dass es einen neuen Krieg gibt», sagt Cohen.
Nach Ansicht der Autorin Judith Palmer Harik, die das Buch «Hizbollah, das neue Gesicht des Terrorismus» verfasste, hat die schiitische Miliz ihre Stellungen nur weiter in den Norden verlegt. «Sie haben sich wieder bewaffnet. Ihre Versorgung mit Waffen hat nie aufgehört», sagt sie.
Auch der libanesische General a. D., Wehbé Katischa, zweifelt nicht daran, dass die Hizbollah «ihr militärisches Potenzial erhalten» hat. Für ihn steht fest: «Sie bereitet sich auf den nächsten Angriff vor.»
Al-Qaida sagt Hamas Unterstützung zu
Ayman al-Zawahiri, der Stellvertreter von Al-Qaida-Führer Osama bin Laden, hat auf einer Tonbandaufnahme, die am 25.Juni auf Al-Qaida-nahen Websites erschienen ist, der Hamas die Unterstützung seiner Organisation zugesagt. Er versprach, die Hamas nach ihrer Machtergreifung im Gaza-Streifen nicht im Stich zu lassen und sie in ihrem Krieg gegen Israel mit Geld, Waffen und Personal zu versorgen. Im gleichen Atemzug mahnte er die palästinensische Terrororganisation, das islamische Gesetz durchzusetzen und mit den Jihad-Kriegern weltweit zu kooperieren.
Nachdem sich Al-Qaida bislang mit Sympathieerklärungen gegenüber der Hamas zurückgehalten hatte, signalisiert ihr jetziges Hilfsangebot, dass das globale Terrornetzwerk nun neue Chancen im Gaza-Streifen erkennt. Auf Seiten der Hamas ist man weiterhin darauf bedacht, die Beziehungen mit der arabisch-muslimischen Welt nicht noch mehr zu komplizieren. So hat sich auch Mahmoud al-Zahar, eine Führungsfigur innerhalb der Organisation, beeilt, Verbindungen mit der Al-Qaida abzustreiten.
Syrien gegen Friedensgespräche
Mohammed Habash, ein Mitglied des syrischen Parlaments meinte, dass das Angebot von Ministerpräsident Ehud Olmert, Friedensgespräche mit dem syrischen Präsidenten Bashar Assad zu führen, nicht ernstzunehmen sei und deshalb abgelehnt würde. Bei einem Interview mit dem saudiarabischen Satellitensender „Al Arabijeh“, das vom Kanal 10 des israelischen Fernsehens am Montagabend ausgestrahlt worden war, hatte Olmert den syrischen Präsidenten nach Jerusalem eingeladen. Der Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter, meinte, dass Olmerts Angebot ernsthaft sei, er jedoch zweifel daran hege, ob Assad es annehmen werde
Quelle: jns und Agenturen
11. Juli 2007
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