Nach zehn Monaten

Katyusha-Raketen auf Kiriyat Shmona

Zum ersten Mal seit Ende des zweiten Libanonkrieges im August letzten Jahres sind gestern Nachmittag wieder drei Katyusha-Raketen aus dem Libanon in den Norden Israels abgefeuert worden. Eine Rakete schlug im Gewerbegebiet von Kiryat Shmona ein und zerstörte einen PKW, zwei andere landeten auf freiem Feld außerhalb der Stadt. Verletzt wurde dabei niemand.

Kurz darauf veröffentlichte die Terrororganisation Hisbollah eine Erklärung, in der sie die Verantwortung für den Beschuss abstritt. Sie verwies dabei auf libanesische und israelische Quellen, die eine palästinensische Organisation für den Anschlag verantwortlich machten. Auch in libanesischen Sicherheitskreisen geht man davon aus, dass die Täter Palästinenser waren und die Raketen womöglich eine Antwort auf die andauernden Kämpfe zwischen libanesischer Armee und der radikalen Palästinenserorganisation Fatah al-Islam im Flüchtlingslager Nahr al-Bared.

In der israelischen Armee glaubt man einstweilen nicht, dass sich der Vorgang wiederholt. Dennoch nimmt man den Angriff nicht auf die leichte Schulter: „Seit langer Zeit haben wir uns über Waffenlieferungen in den Südlibanon beschwert, und heute haben wir den Beweis erhalten, dass unsere Beschwerden berechtigt sind“, bemerkte ein hochrangiger Offizier des Nordkommandos. „Ich hoffe, dass die UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) ihr Mandat im Südlibanon erfüllt und dass die libanesische Armee die Verantwortung dafür übernimmt, was auf ihrem Territorium vor sich geht.“

Die Bewohner im Norden zeigen sich bereits besorgt angesichts der möglichen ökonomischen Folgen, die der Angriff nach sich ziehen könnte: Der Sommer ist die Haupttourismussaison in der Region, und sollte das Katyusha-Feuer anhalten oder Israel zu einer militärischen Reaktion gezwungen werden, wäre mit einem Ausbleiben der meisten Touristen zu rechnen.

Im Prinzip steht die Gegend, aus der die Raketen abgefeuert wurden, unter der Kontrolle der libanesischen Armee und internationalen Truppen der Vereinten Nationen (UNIFIL).

Quelle: jns und Agenturen
18. Juni 2007

zum Seitenanfang

Weitere Berichte:

zum Seitenanfang
Druckbare Version
Mit zusammengebissenen Zähnen
Nächtliche Begegnung in der Luft