Warnung vor Übergabe des Golan an Assad

Der syrische Oppositionspolitiker Farid Ghadry hat gestern in Jerusalem in einem Interview mit der „Ha’aretz“ zu den jüngsten Entwicklungen im israelisch-syrischen Verhältnis Stellung genommen. Dabei meinte er, dass die Golan-Höhen „100 Prozent syrisch“ seien und insofern von Israel an Syrien abgetreten werden müssten. Gleichzeitig warnte er aber vor einem israelischen Rückzug und der Übergabe der Bergregion an Syrien, solange dort noch Bashar Assad als Präsident herrsche. „Er ist ein Diktator, der zum Helden wird, wenn er den Golan bekommt. Das würde ihn aber nicht daran hindern, Euch weiterhin zu schaden. Es hätte etwas Ironisches, wenn der, der die Hisbollah bewaffnet und gegen Euch kämpft, sich als Bote des Friedens präsentieren würde.“

Ghadry, ein sunnitischer Muslim, lebt seit 1971 im amerikanischen Exil. Dort gründete er nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Syrische Reformpartei, die seiner eigenen Auskunft nach mehrere Hundert Mitglieder zählt. Er beteuert, dass er mit seinen Ansichten einen grossen Teil der syrischen Elite sowie zahlreiche Stammesführer und Minderheitenvertreter des Landes repräsentiert.

Am heutigen Montag wird Ghadry vor dem Aussen- und Sicherheitsausschuss der Knesset sprechen. Sein Besuch in Israel geht auf eine Einladung des Ausschussvorsitzenden Tzachi Hanegbi zurück, begleitet wird der Gast aus Syrien von dem Likud-Abgeordneten Yuval Steinitz. Dieser kommentierte die Äusserungen Ghadrys mit dem Hinweis auf weitere geplante Besuche ähnlicher Art wie folgt: „Wie sind zwar insofern geteilter Meinung, als ich der Meinung bin, dass Israel sich nicht vom Golan zurückziehen sollte, aber es ist ausgezeichnet, dass wir ein kultiviertes Gespräch über diese Dinge führen.“

Quelle: jns und Ha'aretz
11. Juni 2007

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