Hisbollah sickert in den Südlibanon
Generalstabschef Gabi Ashkenazi hat gestern auf der wöchentlichen Kabinettssitzung die aktuelle Sicherheitslage erläutert. Seiner Auskunft nach versucht die Hisbollah neuerdings wieder verstärkt in das offene Gelände südlich des Flusses Litani vorzudringen. Gleichzeitig setzt die Terrororganisation ihren Waffenschmuggel aus Syrien unaufhörlich fort. Die Versuche der UNIFIL und der libanesischen Armee, den Waffenschmuggel einzudämmen, seien gescheitert, so Ashkenazi.
In Bezug auf die jüngsten Vorkommnisse im Gaza-Streifen sagte der Generalstabschef, dass von einer Feuerpause keine Rede sein könne. Für die vergangenen fünf Monate seien etwa 250 kriegerische Aktionen zu verzeichnen. Wenn sich die Gewalt fortsetzt, werde die israelische Armee (ZAHAL) bald keine andere Wahl mehr haben als zu handeln. Dabei wäre eine Bodenoffensive letztendlich das Effektivste, so Ashkenazi.
Hisbollah-Befehle kommen aus Teheran
Der Iran ist heute der primäre Destabilisierungsfaktor des Nahen Ostens. Von Waffen- und Geldlieferungen über die Ausbildung und Unterstützung von Terrorgruppen wie Hisbollah, Hamas und Islamischem Jihad bis hin zur Verbreitung von islamistischer Revolutionsideologie tut das klerikale Regime in Teheran alles, um Unfrieden in der Region zu stiften. Zur Vernichtung Israels entschlossen, spielt der Selbstmordterrorismus eine wichtige Rolle innerhalb des Krieges, den der Iran gegen Israel und den Westen führt. Die spirituellen Führer des Regimes benutzen die Religion sowohl um Selbstmordattentäter anzuwerben, als auch um deren Aktionen zu rechtfertigen. Die Involvierung des Iran in konkrete Operationen ist immer im Vagen gehalten worden, um das internationale Image des Regimes zu schützen.
Nun ist jedoch erstmals die aktive iranische Unterstützung von Terroroperationen öffentlich bestätigt worden. Die im Libanon operierende Hisbollah-Terrororganisation hat erklärt, dass alle Terroranschläge, Selbstmordattentate und andere Operationen gegen Israel vor ihrer Durchführung vom Regime in Teheran abgesegnet werden müssen. Damit wird die Verantwortung direkt auf den Iran übertragen.
Über viele Jahre hinweg hat die Hisbollah sorgsam darauf geachtet, den Iran nicht in mit ihren Terroroperationen in Verbindung zu bringen. Aber jetzt hat der stellvertretende Generalsekretär der Organisation in einem Interview mit dem iranischen Fernsehsender „al Qawthar“ am 15.04. zugegeben, dass alle Terroraktionen und sogar Artilleriefeuer gegen israelische Zivilisten im Vorfeld die Zustimmung der Ayatollahs in Teheran erhalten haben:
„Die religiöse Doktrin, die die Aktionen der Hisbollah im Allgemeinen und diejenigen des Jihad im Besonderen diktiert, basiert auf den Bestimmungen des spirituellen Führers in Teheran. Der spirituelle Führer hat die Macht, unsere Aktionen zu erlauben, und auch, sie zu verbieten.“
„Um zu wissen, was im Jihad erlaubt und was verboten ist, fragen wir nach allumfassender Erlaubnis und führen unsere Aktionen nur dann durch, wenn wir sie erhalten haben.“
„Selbst in Hinsicht auf die Selbstmordattentate darf sich niemand selbst töten ohne religiöse Autorisation.“
„Selbst die Raketenangriffe auf Israel, gegen die Zivilbevölkerung [im August 2006] … um Druck auszuüben, bedurfte dieser allumfassenden religiösen Autorisation.“
Nach der weithin öffentlichen Holocaust-Leugnung des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmaninejad, seiner erklärten Absicht Israel zu vernichten und den Deklarationen zu Irans atomaren Ambitionen lassen die neuesten Enthüllungen wenig Zweifel daran zu, dass Ahmaninejad und sein klerikales Regime zielstrebig eine Politik verfolgen, mit der Teheran die Region in gotteskriegerische Gewalt versenken will.
Syrische Raketenstadt
Entsprechend ausländischer Experten hat Syrien unter einem schweren Mantel der Geheimhaltung eine unterirdische „Raketenstadt“ eingerichtet, die für eine kriegerische Auseinandersetzung mit Israel dienen soll. In 30 Bunkern sind zahlreiche Scud-Raketen auf fahrbaren Abschußrampen einsatzbereit, die eine Reichweite von hunderten von Kilometern haben und damit jeden Ort in Israel erreichen können. Außerdem befinden sich in den Bunkern auch Raketenfabriken, Entwicklungslabore und Befehlsstände.
Diese Anlage wurde unterirdisch angelegt, um zu verhindern, dass die israelische Luftwaffe in einem Vorangriff diese Raketen zerstören könnte. Die Scud-D-Raketen erhielt Syrien von Nordkorea. Syrien hat auch chemische Sprengköpfe für ihre Raketen entwickelt, deren Kampfstoff jedoch nicht in dieser Raketenstadt gelagert wird, so die Experten gegenüber der Tageszeitung Jediot Aharonot.
Ausländische Sicherheitsexperten teilen mit, dass Syrien eine unterirdische Basis errichtet hat, in der Abschussrampen und ballistische Raketen stationiert sind, deren Bestimmung es ist, zu gegebenem Zeitpunkt nach Israel abgefeuert zu werden. Die Örtlichkeit soll 30 Stahlbetonbunker, Fabrikationsanlagen, Entwicklungslaboratorien und Kommandozentralen umfassen.
Während ranghohe Regierungsvertreter in Damaskus nach außen hin ihre Dialogbereitschaft betonen, bereiten sie hinter den Kulissen weiterhin eine kriegerische Auseinandersetzung mit Israel vor. Als Teil dieser Vorbereitungen wurde die neue „Stadt der Raketen“ errichtet, in der hauptsächlich Raketen der Sorte Scud lagern, die eine Reichweite von mehreren hundert Kilometer besitzen und somit in der Lage sind, das gesamte Territorium des Staates Israel zu treffen. Darüber hinaus haben sich die Syrer mit neuen Raketen der Sorte Scud D ausgestattet und auch Verbesserungen bei den älteren Modellen vorgenommen.
Wie aus israelischen Quellen verlautet, hat Syrien zudem vor kurzem aus dem Iran mehr als 100 chinesische Land-See-Raketen des Modells C802 erhalten. Dabei handelt es sich um eine Rakete, mittels derer die Hisbollah während des Libanonkriegs ein Raketenboot der Marine beschädigt hat.
Quelle: jns und Agenturen
30.April 2007
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