Positiver Auswärtstrend

Kurz vor Ende des jüdischen Jahres 5767 veröffentlichte das Statistische Zentralbüro von Israel Zahlen über die Wirtschaft des Landes, die ausnahmslos als erfreulich zu bezeichnen sind.

Von Moti Bassok und Tal Levy

Israels Bruttoinlandprodukt wuchs in der ersten Hälfte des Jahres 2007 um 6,6 Prozent auf Jahresbasis. Seit dem Jahr 2000 ist das die höchste gemessene Wachstumsrate. Die Fachleute sind nicht wenig erstaunt, lagen die meisten Prognosen doch klar unter diesem Wert. Finanzminister Ronni Bar-On setzt das starke Wirtschaftswachstum in Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik seiner Regierung. Der Staat müsse, so meinte er, um Steuerdisziplin besorgt sein und sich ans Budget halten, gleichzeitig aber seine Ziele wie zum Beispiel die wirtschaftlichen Strukturreformen verfolgen, die im Staatshaushalt 2008 ihren Niederschlag finden würden.

Ein steigender Lebensstandard

Im zweiten Quartal 2007 lag das Wachstum des Bruttoinlandproduktes auf Jahresbasis bei 6,1 Prozent, nachdem in den ersten drei Monaten ein Wachstum von 6,2 Prozent registriert werden konnte, und im letzten Quartal des Vorjahres gar ein solches von steilen acht Prozent. Das laufende Jahr scheint sich zu einem wirtschaftlichen Spitzenrenner zu entwickeln, doch auch die Zahlen für 2006 können sich sehen lassen. In den ersten sechs Monaten nahm das Bruttoinlandprodukt auf Jahresbasis berechnet um 6,0 Prozent zu, während das Wachstum sich in der zweiten Jahreshälfte auf eher bescheidene 3,4 Prozent zurückbildete. Das war ziemlich sicher ein Ergebnis des zweiten Libanon-Kriegs.

Die Exporte von Gütern und Dienstleistungen nahmen um stolze 8,3 Prozent zu, die Investitionen in fixe Werte stiegen um fast 6 Prozent und die Ausgaben für den privaten Pro-Kopf-Konsum zogen um 5,7 Prozent an. Der letzte Wert ist ein klarer Hinweis auf einen steigenden Lebensstandard. Eines der beeindruckendsten Resultate lieferte der Sektor für Gastgewerbe und Nahrungsmittel-Dienstleistungen, legte dieser Bereich in der ersten Hälfte 2007 auf Jahresbasis berechnet doch gleich 17,5 Prozent zu. Auch der Bereich Business und finanzielle Dienstleistungen konnte sich mit plus 14,7 Prozent blicken lassen.

Sinkende Arbeitslosenrate

Parallel zu den guten Nachrichten über die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes ging die Arbeitslosenrate in der Berichtsperiode auf 7,7 Prozent der erwachsenen Erwerbsbevölkerung zurück. Im zweiten Quartal sind 37000 Personen neu zu den Erwerbsfähigen hinzugekommen. Das sind 1,4 Prozent mehr als im ersten Quartal und gar 4,6 Prozent als im zweiten Quartal 2006. Damit stieg der Anteil der arbeitenden Erwachsenen an der potenziellen Arbeitskraft auf 56,5 Prozent, verglichen mit 56,1 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres. Die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt setzte in der zweiten Hälfte des Jahres 2004 ein. Die Zahl der Erwachsenen, also der Erwerbsfähigen im Alter von über 15 Jahren, stieg im zweiten Quartal auf fast 3 Millionen. Von diesen sind 2,7 Millionen effektiv einer Beschäftigung nachgegangen, während 220000 arbeitslos waren. Die Zahl der länger als sechs Monate Arbeit suchenden ging im zweiten Quartal von 44,2 auf 38,9 Prozent wesentlich zurück.

Die Zahl der Menschen, die in der Berichtsperiode eine Vollzeitstelle hatten (35 Stunden oder mehr pro Woche), blieb unverändert, doch die Zahl der Arbeitnehmer mit Teilzeitjobs wuchs um 4,4 Prozent. Viele haben Arbeit, würden aber gerne noch mehr arbeiten: Etwa 117200 Israeli arbeiten gezwungenermassen in Teilzeitjobs und suchen nach mehr Beschäftigung. Positiv kann aber gesagt werden, dass diese Zahl auf 4,4 Prozent aller Arbeitnehmer gesunken ist, verglichen mit 5,1 Prozent im zweiten Quartal von 2006. Erinnern wir uns auch daran, dass die Arbeitslosigkeit in Israel im vergangenen Jahrzehnt zu den schlimmsten Zeiten bei über 10 Prozent gelegen hatte.
Quelle: tachles
31. August 2007

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