Reste einer eisenzeitlichen Stadtl entdeckt

Komplexe Anlage aus der Zeit um 1000 vor Christus widerspricht Annahmen über Periode des Niedergangs in der Region. Seit 2003 laufen im Rahmen des "Kinneret Regional Project" Ausgrabungen in der Region des Sees Kinneret in Israel. Etwa 70 Wissenschafter der Universitäten Mainz, Helsinki, Bern und Leiden sind an dem Projekt beteiligt, das nun mit einem interessanten Fund aufwarten kann. Die Archäologen stießen auf die Reste einer hochentwickelten Stadt aus der frühen Eisenzeit ( etwa 1150 - 950 v.Chr.), in der etwa 2.500 Menschen gelebt haben sollen.

"Kein kompletter Zusammenbruch"

Bisher waren die Archäologen davon ausgegangen, dass alle großen Städte der Region zwischen 1200 und 1175 v.Chr. aufgegeben wurden und die Menschen stattdessen kleine Dörfer im Bergland gründeten. Nach derzeitigem Kenntnisstand hätten diese kleinen Ortschaften den Kern des späteren Staates Israel gebildet, der im 10. Jahrhundert vor Chr. aufgebaut worden sei.

Die Epoche der vermeintlichen Aufgabe der Städte wurde daher als Zeit des Niedergangs angesehen, erklärt der Grabungskoordinator und Professor an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, Wolfgang Zwickel - der aktuelle Fund widerspricht dieser Annahme jedoch: "Das zeigt ganz einfach, dass es keinen kompletten Zusammenbruch der Gesellschaft gegeben hat."

Gute Infrastruktur

Die nun gefundene Stadt sei außerordentlich gut geplant gewesen, hieß es. So verliefen die Straßen schräg zum Hang, damit das Regenwasser in Richtung See geleitet werden konnte. Entdeckt wurde auf zwei je rund 1.000 Quadratmeter großen Grabungsflächen auch ein Gebäudekomplex, der nach Ansicht der Forscher eine Bäckerei war. Die Stadtmauer habe eine Stärke von mehr als zwölf Metern gehabt. Möglicherweise habe die Stadt als Festung gedient, sagte Zwickel.

Wahrscheinlich hätten ein Erdbeben und ein dadurch ausgelöstes Feuer die Stadt im zehnten Jahrhundert v. Chr. zerstört, erklärte Zwickel. Anschließend habe sie für mehr als 100 Jahre leergestanden.

Quelle: jns und Agenturen
27. August 2007

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