Reisen & Verkehr

Konfrontation mit Geschichte und Tagespolitik

Die Via Dolorosa zieht sich von Ost nach West durch die Altstadt von Jerusalem. Sie markiert den Weg, den Jesus nach biblischer Überlieferung zur Kreuzigung beschritten haben soll, und endet an der Grabeskirche, in deren riesigen Kuppelbau auch der Hinrichtungsfelsen von Golgatha integriert ist. Für Israel-Touristen ist diese christliche Kirche ein ebenso bedeutender Anziehungspunkt wie die Klagemauer der Juden und der Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom der Muslime.
Allein diese Sehenswürdigkeiten belegen die Bedeutung Jerusalems für alle drei Weltreligionen. Die daraus resultierenden Spannungen sind hinreichend bekannt. So muss sich der Reisende damit abfinden, dass die Moscheen auf dem Tempelberg seit dem Aufstand der Palästinenser nur noch Muslimen zugänglich sind. Dennoch lohnt sich ein Besuch, denn auch von außen sind die beiden Gotteshäuser ungemein eindrucksvoll - insbesondere der Felsendom mit seinen kunstvoll verzierten blauen Kacheln und der goldenen Kuppel.

Deutlicher wird der Reisende mit dem Nahost-Konflikt konfrontiert, wenn er Jerusalem in Richtung des Westjordanlands verlässt. Auf dem Weg zur Geburtskirche von Bethlehem, einem weiteren Hauptziel christlicher Touristen, muss ein Kontrollpunkt an der Grenzmauer passiert werden, die das israelische Territorium vom palästinensischen Gebiet trennt. Die Sperranlage ist ein bedrückender Anblick. Doch wer nach Israel fährt, dürfte sich darüber im Klaren sein, dass er keine reine Vergnügungsreise unternimmt.

Da Israel ein sehr kleines Land ist, kommt man schnell herum. So gelangt man von Jerusalem in wenigen Stunden zu den biblischen Stätten rund um den See Genezareth, an dem Ferienanlagen auch zum Badeurlaub einladen. Archäologisch Interessierte kommen an zahlreichen Ausgrabungsstätten auf ihre Kosten. Sehenswert sind vor allem das antike Bet Schean sowie Caesarea aus der Römerzeit und Meggido, das biblische Armageddon - nach der «Offenbarung des Johannes» der Ort des Weltuntergangs. Ein neuer Anziehungspunkt ist das erst kürzlich entdeckte Grab des Herodes in Herodion südöstlich von Bethlehem.

Auf den Spuren der Kreuzritter wandelt man am besten in Akko nördlich von Haifa. Dort sind imposante unterirdische Festungsanlagen zu bewundern, die zu Zeiten der Kreuzzüge von den Johannitern errichtet wurden. Von Akko ist es nicht weit zu den Grotten von Rosch Hanikra an der libanesischen Grenze. Hier wird der Besucher wieder mit der aktuellen politischen Lage konfrontiert. Der Kreidefelsen über den Grotten ist ein Stützpunkt der Vereinten Nationen, deren Einheit UNIFIL das Grenzgebiet zwischen Israel und dem südlichen Libanon überwacht.

Bedeutender Mythos von Massada

Das beliebteste Ausflugsziel südöstlich von Jerusalem ist das Tote Meer. Das sensationelle Gefühl, auf der Wasseroberfläche zu schweben, sollte sich niemand entgehen lassen. Zum Verweilen laden die Strandbäder von Ein Bokek am Südende ein. Hier werden weltweit anerkannte Kuren angeboten, denn das an Mineralsalzen reiche Wasser hat hohe Heilqualitäten für viele Hautkrankheiten.

Am nördlichen Ende des Toten Meeres liegt Kumran, eine weitere Fundgrube für Archäologen. Hier wurden 1947 in einer Höhle die wohl ältesten Schriftrollen der Bibel entdeckt. Kumran war um die Zeitenwende vermutlich der Sitz der so genannten Essener-Sekte, einer streng religiösen jüdischen Gemeinschaft. Die Reste ihrer Siedlung sind als Ausgrabungsstätte zu besichtigen. Ebenso lohnt sich eine Wanderung in die Berge, wo zahlreiche Höhlen am Wege liegen - einschließlich der Fundstelle der weltberühmten Schriftrollen. Diese sind größtenteils im Israel-Museum in Jerusalem ausgestellt.

Zwischen Kumran und Ein Bokek befindet sich die für Israelis bedeutendste historische Stätte am Toten Meer - die antike Festung Massada. Sie wurde in drei Terrassen auf einem Felsplateau angelegt, auf das heute eine Seilbahn fährt. Wanderlustige können auch zu Fuß aufsteigen, entweder auf dem sich windenden Schlangenpfad oder entlang der Rampe, die der römische General Flavius Silva errichten ließ, um Massada nach zweijähriger Belagerung 73 nach Christus einzunehmen. Er fand dort allerdings nur noch Leichen vor, denn die jüdischen Aufständischen, die sich nach der Zerstörung Jerusalems hier verschanzt hatten, begingen gemeinschaftlich Selbstmord.

Verkehrsunfälle: Milliardenverluste

Verkehrsunfälle haben den israelischen Staat zwischen 2004 und 2006 sechs Milliarden Euro gekostet - das geht aus einem Sonderbericht zur Verkehrssicherheit hervor. Zudem hat Israel in der westlichen Welt die höchste Sterberate durch Verkehrsunfälle bei Kindern bis 14 Jahre.

Der Chef der Israelischen Bank, Stanley Fischer, präsentierte den Bericht am Dienstag Vertretern der Verkehrspolitik. Im Jahr 2006 belief sich der wirtschaftliche Verlust durch Verkehrsunfälle auf zwei Milliarden Euro - das sind zwei Prozent des israelischen Bruttosozialproduktes.

Lior Carmel von der nationalen Behörde für Verkehrssicherheit erklärte, zu der Berechnung gehörten direkte und indirekte Schäden sowie medizinische Versorgung der Unfallopfer und deren verminderte Arbeitsleistung, Verluste persönlichen Eigentums und Verluste durch Verkehrsbehinderungen.

Ziel der Kosten-Analyse sei es laut Carmel, die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass eine Investition in Verkehrssicherheit nicht nur eine ethische, sondern auch eine wirtschaftliche Frage sei. "Die Wirtschaft erleidet durch Verkehrsunfälle jedes Jahr einen Verlust von knapp zwei Millionen Arbeitstagen", sagte Carmel.

Mit zwei Handys am Ohr im Auto gestoppt

Lenken kann man auch mit den Knien, scheint sich ein Israeli gedacht zu haben. Auf jeden Fall schaffte er es, zwei Telefone gleichzeitig in den Händen zu halten und dennoch Auto zu fahren.

Die israelische Polizei hat einen Autofahrer dabei erwischt, wie er mit zwei Handys gleichzeitig telefonierte. Da er zum Lenken keine Hände mehr frei hatte, benutzte er stattdessen seine Knie, wie die Zeitung «Jediot Achronot» berichtete.
Die Beamten seien vor zwei Tagen im Bereich der Stadt Ramle bei Tel Aviv auf den Verkehrssünder aufmerksam geworden. Der Mann, der sich in voller Fahrt ein Mobiltelefon an jedes Ohr hielt, habe eine Strafe von 500 Schekeln (knapp 100 Euro) zahlen müssen und vier Punkte im Strafregister erhalten.
Quelle: jns und Agenturen
11. Juli 2007

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Reise nach Jerusalem
Reste einer eisenzeitlichen Stadtl entdeckt