Rafi Eitan rechtfertigt den Libanonkrieg
Der israelische Minister für Seniorenangelegenheiten Rafi Eitan hat in seiner gestern veröffentlichten Aussage vor der Winograd-Kommssion zur Untersuchung des letztjährigen Libanonkriegs Kritik an den Entscheidungsabläufen im Vorfeld und im Verlauf des Krieges geübt, den Kriegseinsatz an sich aber gutgeheißen.
Eitans Kritik richtete sich vor allem darauf, dass der israelischen Armee ein Übergewicht bei den Entscheidungen zugekommen sei und sie den Ministern im sicherheitspolitischen Kabinett nur unzureichend Informationen übermittelt habe. Auch Ministerpräsident Olmert hätten nicht genügend Informationen zur Verfügung gestanden. Schon zum damaligen Zeitpunkt habe er Olmert gegenüber betont: „Du bist verantwortlich, die ganze Verantwortung wird auf dich fallen, aber denke daran, ich stehe hinter dir.“
Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Aussagen vor der Kommission, die sich auf die Misserfolge des zweiten Libanonkriegs konzentriert haben, ließ Eitan jedoch keinen Zweifel daran, dass er diesen auch noch im nachhinein für grundsätzlich notwendig betrachtet, da er ein noch größeres Unglück verhindert habe. „Es ist Israels Glück, dass wir in diesen Krieg gezogen sind“, sagte er. „Ich betone das. Ein Glück für Israel. Ich bezweifle, dass viele Dinge, die heute erreicht worden sind – wenn sie auch langsam erreicht worden sind -, ansonsten erreicht worden wären. Daher habe ich die Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, von vornherein unterstützt.“
Die der Kommission angehörende Juristin Ruthi Gavison bemerkte einleitend gegenüber Eitan: „Eine der Eigenschaften, die Sie als Politiker besonders machen, ist, dass Sie sie sich nicht für ihr nächstes Amt interessieren. Dies ist der Eindruck, den man hat.“ Der Palmach-Veteran, der bereits auf eine lange Geheimdienstvergangenheit zurückblicken kann, entgegnete darauf: „Sehr richtig.“
Eine Kurzbiographie Eitans in englischer Sprache findet sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il
Quelle: jns und Maariv
8. Juli 2007
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