Israel seit Sechs-Tage-Krieg unbesiegbar
Solange sich die Israelis in Judäa und Samaria befinden, sind sie unbesiegbar. Diese Ansicht äußerte der Oppositionsvorsitzende Benjamin "Bibi" Netanjahu am Montag bei einer Zeremonie anlässlich des Sechs-Tage-Kriegs vor 40 Jahren.
"Seit dem Sechs-Tage-Krieg versucht die arabische Welt, uns von den Bergen Judäas und Samarias zu vertreiben", sagte Netanjahu bei der Feier in Jerusalem. Aber solange die Israelis dort seien, könne man sie nicht besiegen. "Der Sechs-Tage-Krieg war ein Wendepunkt, an dem wir von einem fötalen und zerbrechlichen Staat, hinter dessen Existenz ein Fragezeichen war, zu einem Staat wurden, den man nicht überwinden kann."
Der Likud-Chef fügte hinzu: "Bis 1967 hätte man uns ins Meer treiben können. Diese Möglichkeit stand auf der Tagesordnung. Unsere Unbesiegbarkeit brachte uns vom Krieg zum Frieden. Das war eine notwendige Bedingung, um einen Teil der arabischen Welt dazu zu bringen, die Existenz des Staates Israel und sein Existenzrecht anzuerkennen. Heutzutage befindet sich der Friedensprozess in einem umgekehrten Abzug infolge des einseitigen Abzugs aus dem Libanon, des Abzugs aus Gaza und des Zweiten Libanonkriegs."
Heutzutage stehe ein großes Fragezeichen dahinter, "ob wir unbesiegbar sind - nicht nur bei unseren Feinden, sondern auch bei unseren Freunden", so Netanjahu laut der Zeitung "Jediot Aharonot". "Das entfernt uns vom Frieden und nähert uns dem Krieg an. Die Aufgabe des Sechs-Tage-Krieges war es, das Fragezeichen von unserer Existenz zu nehmen und unseren Weg zum Frieden zu ebnen. Jeder, der über das Schreckliche trauert, das uns im Sechs-Tage-Krieg geschehen ist, irrt sich, denn uns ist etwas Wunderbares geschehen. Unsere Schwäche ist heutzutage, dass wir unsere Rechte nicht einfordern. Die Diskussion geht um einen Teil der Gebiete unseres Heimatlandes, die auch die Grundlagen unserer Verteidigung sind."
Die selbstverständliche Vorbereitung für einen Rückzug auf die Linien von 1967 sei nicht gerechtfertigt, außerdem sei sie unmoralisch und sehr gefährlich für den Staat Israel, sagte der frühere Premier. "Wir müssen gut zu verteidigende Grenzen festlegen, die fast keine zusätzliche arabische Bevölkerung umfassen. Ich habe vor, ein solches Abkommen zu erreichen, das von Ägypten und Jordanien unterstützt wird. Wir müssen das Oslo-Abkommen ändern. Der Hauptfehler von Oslo ist, dass Israel zu immer mehr Verzichtleistungen gezwungen wird, während die Palästinenser ihr Rückkehrrecht weiter fordern. Wir müssen darauf hinwirken, dass wir einen Partner für Frieden haben und das Rückkehrrecht von der Tagesordnung nehmen. Die Aufhebung des Rückkehrrechts ist eine Vorbedingung für Verzichtleistungen. Im Augenblick haben wir keinen Partner, denn wer uns gegenübersteht, kündigt an, dass er uns vernichten will." Ein Vertrag mit der Hamas werde nur dem Israel feindlich gesinnten Iran Vorschub leisten.
Auf eine Frage aus dem Publikum nach dem Golan antwortete Netanjahu: "Wenn wir die Golan-Höhen verlassen, werden wir ein Stück Papier bekommen, aber keine Grenze, die man verteidigen kann. Deshalb müssen wir dort bleiben."(inn)
4.Juni 2007
40 Jahre Suche nach Frieden
Seit dem Sechs-Tage-Krieg vor 40 Jahren hat es im Nahen Osten immer wieder Bemühungen um Frieden gegeben. Zum Erfolg haben sie bis heute nicht geführt. Dies dokumentiert folgende Chronik der wichtigsten Entwicklungen seit dem Juni 1967:
5. bis 10. Juni 1967 - Sechs-Tage-Krieg: Israel erobert von Ägypten die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen, von Jordanien das Westjordanland einschließlich des Ostteils von Jerusalem und von Syrien die Golan-Höhen.
6. Oktober 1973 - Jom-Kippur-Krieg: Am jüdischen Feiertag Jom Kippur starten Ägypten und Syrien einen Überraschungsangriff auf Israel. Nach äußerst verlustreichen Kämpfen kommt es am 22./24. Oktober zum Waffenstillstand ohne Gebietsveränderungen.
19. November 1977 - Der ägyptische Präsident Anwar al Sadat besucht Israel und leitet damit eine Tauwetterperiode ein.
17. September 1978 - Camp-David-Abkommen: Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachim Begin einigen sich unter US-Vermittlung auf einen Separatfrieden.
26. März 1979 - Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten wird unterzeichnet.
6. Oktober 1981 - Sadat wird von einem Islamisten ermordet.
April 1982 - Die letzten israelischen Truppen verlassen die Sinai-Halbinsel.
Dezember 1987 - Beginn der ersten Intifada, des Aufstands der Palästinenser in den besetzten Gebieten.
30. Oktober 1991 - Madrider Nahost-Konferenz: Damit wird der Friedensprozess von Oslo in die Wege geleitet.
13. September 1993 - Unterzeichnung des Autonomie-Abkommens für den Gazastreifen und Jericho (Oslo I) in Washington. Bei der Zeremonie im Weißen Haus reichen sich PLO-Chef Jassir Arafat und der israelische Ministerpräsident Jizchak Rabin die Hand.
26. Oktober 1994 - Der Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien wird unterzeichnet.
28. November 1995 - Unterzeichnung des Abkommens Oslo II. Darin wird ein Rückzug Israels aus dem größten Teil des Westjordanlands in mehreren Phasen vereinbart.
4. November 1995 - Rabin wird von einem rechtsextremen jüdischen Fanatiker ermordet.
25. Juli 2000 - Der Nahost-Gipfel zwischen Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak in Camp David scheitert am Streit über Jerusalem und das Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge.
28. September 2000 - Besuch des israelischen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Jerusalemer Tempelberg. Dies ist Auslöser für die zweite Intifada.
6. Februar 2001 - Scharon gewinnt die Ministerpräsidentenwahl in Israel.
3. Dezember 2001 - Arafats Hauptquartier in Gaza wird unter Beschuss genommen. Der Amtssitz des palästinensischen Präsidenten in Ramallah wird in der Folgezeit belagert.
September 2002 - «Road Map» des Nahost-Quartetts.
1. Oktober 2003 - Das israelische Kabinett stimmt einem Ausbau des Grenzwalls zu den palästinensischen Gebieten zu.
11. November 2004 - Arafat stirbt in einem Militärkrankenhaus bei Paris. Nachfolger wird Mahmud Abbas.
8. Februar 2005 - Abbas und Scharon treffen sich im ägyptischen Badeort Scharm-el-Scheich und vereinbaren einen Waffenstillstand.
September 2005 - Israel zieht sich aus dem Gazastreifen und vier Siedlungen des Westjordanlands zurück.
4. Januar 2006 - Scharon erleidet einen Schlaganfall und liegt seitdem im Koma. Nachfolger wird Ehud Olmert.
25. Januar 2006 - Aus Parlamentswahlen in den Autonomiegebieten geht die radikalislamische Hamas als Siegerin hervor. Ihre Regierung wird international boykottiert.
25. Juni 2006 - Radikale Palästinenser aus dem Gazastreifen entführen den israelischen Soldaten Gilad Schalit. Die Folge ist eine Militäroffensive Israels.
12. Juli 2006 - Die schiitische Hisbollah-Miliz entführt zwei israelische Soldaten in den Libanon. Es kommt zum Krieg, der mit einem Waffenstillstand am 14. August endet. In Israel gilt der Feldzug als Debakel.
8. Februar 2007 - Nach wochenlangen Gefechten vereinbaren Hamas und Fatah unter saudischer Vermittlung in Mekka die Bildung einer Einheitsregierung. Die Kämpfe im Gazastreifen gehen jedoch weiter.
29. März 2007 - Auf dem Gipfel der Arabischen Liga in Riad wird ein saudischer Friedensplan aus dem Jahre 2002 wiederbelebt, der eine Anerkennung Israels vorsieht, wenn die 1967 eroberten Gebiete geräumt werden.
15. Mai 2007 - Nach wiederholtem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen verstärkt Israel seine Luftangriffe auf das Autonomiegebiet.
5. Juni 2007 - 40. Jahrestag des Sechs-Tage-Kriegs.
Israel - Träume sind besser
| zum Seitenanfang |
Weitere Berichte:
| zum Seitenanfang |







