Sderot weiter unter massivem Raketenbeschuss

Die Raketenangriffe der Hamas auf Sderot und den westlichen Negev, die am 15. Mai begonnen haben, dauern an. Bisher sind 74 Einschläge registriert worden, die eine Reihe von Verletzten nach sich gezogen haben. Die Attacke wird begleitet von Prahlereien der Hamas, erfolgreich israelische Städte in Brand gesetzt und das tägliche Leben der örtlichen Bevölkerung ernsthaft beeinträchtigt zu haben.

Im Hintergrund der Raketenangriffe steht der signifikante Anstieg der gewaltsamen Zusammenstösse zwischen Hamas und Fatah, die seit dem 13. Mai bereits ca. 50 Tote gefordert haben. Die Dominanz der Hamas ist offensichtlich, und es ist ein Verlust an Führungskontrolle auf beiden Seiten zu verzeichnen. Die Attacke der Hamas auf Israel ist eindeutig ein Versuch, die Aufmerksamkeit von dem innerpalästinensischen Gewaltkonflikt auf die Konfrontation mit Israel zu lenken. Dies hat die Hamas in öffentlichen Erklärungen selbst zugegeben.

Aufnahmen aus Sderot vom 17.05.07 (Reuters)

Israels militärische Antwort ist bisher auf gezielte Schläge auf Raketen und Raketenwerfer sowie gegen die terroristische Infrastruktur beschränkt geblieben. Eine breitere Bodenoffensive im Gaza-Streifen wurde vermieden. Gleichzeitig werden Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung Sderots eingeleitet, unter anderem die vorübergehende Evakuierung aus der Stadt.

Kassam-Angriffe von Weltöffentlichkeit ignoriert

Die andauernden Raketenangriffe der vergangenen Tage auf die südisraelische Stadt Sderot und den westlichen Negev haben in den internationalen Medien nur wenig Niederschlag gefunden. Erst nachdem Israels militärische Reaktion begonnen hatte, widmete man dem Nahen Osten in US-Medien einige Aufmerksamkeit. Während man sich in den USA intensiv mit den innerpalästinensischen Kämpfen im Gaza-Streifen beschäftigte, wurden die Kassam-Attacken nur kurz erwähnt. Über Israels Beschwerde vor dem UN-Sicherheitsrat wurde schlichtweg nicht berichtet.

Ebenso wenig hat die Situation in Sderot in Europa für Schlagzeilen gesorgt. Hier beschäftigte man sich vorwiegend mit dem Amtsantritt des neuen französischen Präsidenten, und die verbliebene Sendezeit für den Nahen Osten verwandte man lieber auf Gaza als auf Sderot.

Ein amerikanischer Fernsehproduzent erklärt, dass Sderot schon eine alte Geschichte sei und daher keinen großen Nachrichtenwert mehr besitze. Außerdem, sagt er weiter, habe es in Sderot bisher nur wenige Verwundete gegeben, und Bilder von Schockopfern würden sich nicht verkaufen.

Quelle: jns und Agenturen
18. Mai 2007

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