Israel prüft militärische Zwischenfälle

Die israelische Armee prüft derzeit, ob es vor der Küste des Libanon tatsächlich zu neuen Zwischenfällen mit der deutschen Marine gekommen ist. Hintergrund sind Meldungen des deutschen Einsatzkommandos. Ein Sprecher der Einsatzleitung sagte, mehrere israelische Kampfjets hätten am Mittwoch Kurs auf eine deutsche Fregatte genommen. Tage zuvor habe ein israelisches Schnellboot Gefechtsalarm ausgelöst, weil es sich mit hoher Geschwindigkeit einer Fregatte genähert habe, ohne sich zu erkennen zu geben. Die beiden Zwischenfälle wurden dem UN-Hauptquartier gemeldet. Die deutsche Marine kontrolliert seit Mitte Oktober das Seegebiet vor dem Libanon, um Waffenschmuggel zu unterbinden. Bereits im Oktober war es dabei zu Zwischenfällen mit israelischen Kampfjets gekommen.

Kampfjets bedrängen deutsche Fregatte

Beim deutschen Libanon-Einsatz hat es zwei neue Zwischenfälle mit israelischen Streitkräften gegeben.

Mehrere israelische Kampfjets vom Typ F-16 nahmen am Mittwoch Kurs auf die deutsche Fregatte „Niedersachsen“, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam am Freitag bestätigte. Die „Rheinische Post“ hatte zuvor über den Vorfall berichtet.

Neun Tage zuvor, am 30. April, hatte sich dem Sprecher zufolge ein Boot mit hoher Geschwindigkeit der deutschen Fregatte genähert, ohne sich zu erkennen zu geben. Es habe sich dann herausgestellt, dass es sich um ein israelisches Schnellboot handelte. Das Einsatzführungskommando bestätigte nicht, dass an Bord der „Niedersachsen“ bereits alles „klar zum Gefecht“ gewesen sei, wie die Zeitung berichtet hatte. Am 29. April soll eine israelische Drohne auf ein schwedisches Schnellboot des Verbandes zugeflogen sein. Der Sprecher sagte, die beiden Zwischenfälle seien dem Hauptquartier der Vereinten Nationen (UN) gemeldet worden.
Bereits Mitte Oktober hatte es Zwischenfälle mit israelischen Kampfjets gegeben. So hatten sechs israelische Maschinen das deutsche Aufklärungsschiff „Alster“ überflogen und ungezielte Schüsse abgegeben.

Minensucher zur Verstärkung

Zwei Minensuchboote der Marine mit 80 Soldaten an Bord liefen am Freitag in Kiel aus zum UN-Einsatz vor der libanesischen Küste aus. Die „Kulmbach“ und „Ensdorf“ sollen zwei Schnellboote ersetzen, die vor dem Libanon auf See kollidiert waren. Die Schiffe sollen den internationalen Marineeinsatzverband verstärken, sagte ein Sprecher des Flottenkommandos in Glücksburg. Die beiden Minensucher sollen zur Kontrolle von Schiffen nach Waffen und Munition beitragen.

Der deutsche Einsatz ist Teil der UN-Friedensmission Unifil. Die deutsche Marine kontrolliert mit acht Schiffen seit Mitte Oktober das Seegebiet vor dem Libanon, um Waffenschmuggel in das Land zu unterbinden. Bereits im Oktober hatte es Zwischenfälle mit israelischen Kampfjets gegeben.
Quelle: jns, flf, nb, ddp, dpa, Reuters
12. Mai 2007

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