Israels Militaeroperation im Gaza-Streifen

Eine hochrangige Sicherheitsquelle hat am Samstag (01.03) Reportern führender internationaler Zeitungen einen Hintergrundbericht über die jüngste Operation der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) im Gaza-Streifen gegeben, aus dem im Folgenden einige Auszüge wiedergegeben werden.

„Die ZAHAL-Operation begann am Mittwochmorgen (27.02), nachdem bekannt geworden war, dass eine Spezialeinheit von Hamas-Terroristen, die aus Syrien und dem Iran angekommen war, beabsichtigte, nach Israel einzudringen, um dort Anschläge zu verüben und womöglich Soldaten oder Zivilisten zu entführen. Im Schutz des schlechten Wetters wollten sie entweder durch einen Tunnel nach Israel gelangen oder mithilfe von Seilen den Sicherheitszaun überwinden und dann in einen Armeestützpunkt oder eine israelische Ortschaft eindringen.

Die Anweisungen für die Operation kamen direkt aus Damaskus und Teheran. Israelischen Einsatzkräften gelang es, die fünf Terroristen zu lokalisieren und auszuschalten. In Reaktion darauf versuchte die Hamas, eine neue Gleichung in der Region einzuführen, derzufolge sie als Vergeltung für jede israelische Attacke Raketen feuert. Die Hamas verfolgt seit Juni 2007 eine waghalsige Politik, um ihre Macht zu erhalten.

Während der Vorkommnisse in Rafiah wurden 122mm-Grad-Raketen iranischer Herstellung, die zuvor nach Gaza geschmuggelt worden waren, auf Ashkelon abgefeuert. Durch den Einsatz der Raketen wurden die Reichweite der Hamas-Raketen erweitert und mehr Israelis in die Schusslinie gebracht. Der gegenwärtige Raketenbestand der Hamas reicht für den Abschuss einiger Dutzend täglich, für viele Tage. Dies ist jedoch auch von israelischen Aktionen abhängig.

Am Samstag (01.03) führte Israel einen Schlag gegen eine der Raketenbasen aus und zerstörte Hunderte von Mörsern. Die Strategie der israelischen Armee ist es, die Lager- und Abschussanlagen für Raketen zu treffen. Einige der Raketen haben eine Reichweite von 20 Kilometern. Sie stammen von der Hisbollah im Libanon, und Syrien und der Iran schmuggelten sie in den Gaza-Streifen, als die Grenze in Rafiah durchbrochen wurde. Die genaue Zahl der geschmuggelten Raketen ist nicht bekannt.

Ein grosses israelisches Kommando der nahe Jabaliya stationierten Givati-Brigaden marschierte am Freitag (29.02) in den Gaza-Streifen ein und eröffnete den Kampf gegen die Terroristen.

Die Zahl der palästinensischen Verluste ist unklar, Medienberichte weichen von der tatsächlichen Realität ab. Wenn es auch definitiv zivile Opfer gibt, ist es eine bekannte Taktik der Hamas, Zivilisten als Schutzschilder zu missbrauchen und Raketen aus Bevölkerungszentren abzufeuern. Wenn Zivilisten dagegen protestieren, bringt die Hamas sie woanders hin.

Aktuelle israelische Einschätzungen sagen voraus, dass das Raketenfeuer andauern wird. Einige der Hamas-Führer sind geflohen, alle Wohnquartiere der Führung sind leer. Es ist offensichtlich, dass die israelische Regierung entschieden hat, der Hamas-Führung zu zeigen, dass es ein Fehler war, Raketen mit größerer Reichweite abzuschiessen.

Über Dauer und Umfang der Operation wird die Regierung entscheiden. Im Moment sieht es danach aus, dass das Ausmaß der Operation größer sein wird als das der vorhergehenden, da es notwendig ist, nicht nur gegen die Möglichkeiten der Hamas anzukämpfen, sondern auch gegen ihre Absichten, und zu zeigen, dass sie den Beschuss auf Sderot und Ashkelon nicht ungestraft fortsetzen können wird. Dies ist nicht die breite Offensive in Gaza, von der zuvor die Rede gewesen ist. Für den Fall, dass die Hamas, mit Unterstützung von Syrien und dem Iran, ihre Aktivitäten steigert, hat die israelische Regierung weitere Optionen. Die Hamas-Führung wird gegenwärtig nicht ins Visier genommen, doch kann sich dies ändern, da es sich hier um eine Frage der Strategie handelt.

Während eine begrenzte Operation nicht alle Raketen stoppen kann, verfolgt die aktuelle Operation zwei Ziele:
- Die Operation wurde in Jabliya initiiert, dem Gebiet, von dem aus die meisten Raketen abgeschossen werden.
- Der Hamas muss demonstriert werden, dass sie weitere Opfer wird erleiden müssen, wenn der Raketenbeschuss andauert. Sollte die Hamas ihre Raketenpolitik fortsetzen, wird sie die große angelegte militärische Offensive auf sich ziehen.

Die Instrukteure der Hamas und des Islamischen Jihad, die im Iran und in Syrien ausgebildet worden und via Ägypten nach Gaza gelangt sind, bilden nun Hamas-Truppen im Gaza-Streifen aus.

Während es schwierig für die Hamas war, bestimmte Waffentypen durch die Dutzenden von Tunnel an der Grenze zu schmuggeln, konnte sie, während die Grenze offen war, ganze Lastwagenladungen von Waffen und Munition einführen. Die Syrer und Iraner konnten neue Waffen liefern. Daher muss Israel sich nun gegen bisher unbekannte Waffentypen behaupten.“

Todesdrohungen der Hamas

Während die Terrororganisation Hamas die internationalen Medien für ihre Zwecke manipuliert, ist ihre wirkliche Botschaft an die israelische Bevölkerung unzweideutig: ‚Ihr seid unser Ziel – wir wollen euren Tod.’ Auch Israel hat ein klares Ziel - zu überleben.

Am selben Tag, an dem die Hamas ihren „friedlichen“ Propaganda-Marsch von Frauen und Kindern in Richtung von Israels Grenzübergängen inszeniert hat, war auf ihrer offiziellen Website ein Plakat zu sehen, das zwei bewaffnete Kämpfer zeigte und in englischer und hebräischer Sprache verkündete: „Der Tod wird kommen.“ Im Hintergrund des Plakats sind israelische Terroropfer abgebildet.


Gleichzeitig mit der Intensivierung des Raketenbeschusses auf israelische Städte hat die Hamas ihre PR-Kampagne radikalisiert. Die folgenden drei Aufnahmen stammen von der offiziellen Website der al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Terrororganisation.

Raketenkrieg gegen Israel

Bis zur Mittagszeit haben palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen heute insgesamt fünf Kassam-Raketen auf den westlichen Negev abgeschossen. Im Zentrum der Angriffe stand einmal mehr die Kleinstadt Sderot. Dort wurde am morgen ein Wohnhaus direkt von einer Rakete getroffen. Es entstand hoher Sachschaden, verletzt wurde aber niemand.

Die Verantwortung für die ersten drei Raketen haben die Al-Quds-Brigaden des Islamischen Jihad übernommen.
B.Z.-Chefreporter Gunnar Schupelius hat sich vorletzte Woche ein Bild von der Lage im raketengeplagten Süden Israels gemacht. Sein Artikel dazu findet sich unter dem folgenden Link: http://www.israel.de/pdf/israel.pdf

Livni unterrichtet diplomatisches Korps

Israels Aussenministerin Tzipi Livni hat am Montag das diplomatische Korps über die aktuelle Situation in Südisrael und im Gaza-Streifen unterrichtet und Fragen der ausländischen Diplomaten beantwortet.

„Von einem Kreislauf der Gewalt zu sprechen und davon, dass beide Seiten die Gewalt einstellen sollten, und beiden Seiten Beileid auszusprechen – entschuldigen Sie mich, aber dies ist nicht das Richtige im Sinne von Annapolis und gemäss unserer Ziele und Herausforderungen für die Zukunft. Denn die Hamas nimmt dies als Verständnis der internationalen Gemeinschaft auf, dass die Terroristen auf der gleichen Stufe stehen wie diejenigen, die versuchen, gegen den Terrorismus vorzugehen. Es ist wie der Vergleich zwischen einem Mörder und jemandem, der aus versehen jemanden getötet hat. Gemäss Ihrer eigenen Rechtssysteme gibt es keine moralische Gleichsetzung zwischen diesen beiden.“

„Ich weiss, es gibt Einige, die vom Einstellen von Gewalt reden, und grundsätzlich habe ich in der Vergangenheit gesagt, nun, es hängt von der Hamas ab. Sobald sie das Raketenfeuer einstellen, müssen wir nicht mehr antworten. Heute will ich allerdings etwas ein wenig anderes sagen. Sie [die Hamas] werden nicht diejenigen sein, die entscheiden, wann sie Israel angreifen und wann sie damit aufhören. Wir werden die Spielregeln ändern. Wir werden nicht nach ihren Regeln spielen; wir sind nicht bereit, diese Gleichung weiter zu akzeptieren, und wir werden nicht in der Position sein, in der sie, wenn Israel seine Truppen abzieht, sagen: oh, es ist ein Sieg für die Hamas – lasst uns weiter Israel angreifen. Wir werden mit verschiedenen Operationen fortfahren, auf die eine oder andere Weise, um all diesen Herausforderungen zu begegnen - bis sie verstehen, dass die Einstellung von Gewalt nichts ist, was sie für einen Tag oder einige Stunden entscheiden können, sondern etwas, was auch mit Israels Bedürfnis zu tun hat, die Sicherheit seiner Bürger zu schützen und jede Art von Truppenaufbau durch die Philadelphi Route zu verhindern.“

„Wir haben entschieden, zivile Opfer zu vermeiden, indem wir eine Warnung an die Orte geschickt haben, von denen wir wussten, dass an ihnen Terroristen agieren. Sie [die Hamas] auf der anderen Seite rufen Zivilisten dazu auf, dort zu leben, weil sie wissen, dass wir angreifen werden. Wir ziehen es vor, ein leeres Gebäude anzugreifen, das zum Bau von Raketen benutzt wird, und ziehen dabei auch in Betracht, dass die Terroristen den Ort verlassen. Sie wissen, was passiert ist. Alle Kinder haben sich auf dem Dach versammelt. Da sie wissen, dass der Angriff gewöhnlich aus der Luft kommt, schicken sie Kinder aufs Dach, um uns davon abzuhalten, ein Gebäude unter Beschuss zu nehmen.“

Der vollständige Wortlaut der Ausführungen Livnis in englischer Sprache findet sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/

Quelle: jns und Agenturen
03.März 2008

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