Merkwürdiger Stromausfall

Verdunkelung in Gaza?

Wiederholt hat die Terrororganisation Hamas in der letzten Zeit versucht, in den internationalen Medien den Eindruck zu erzeugen, Israel habe den Palästinensern im Gaza-Streifen buchstäblich das Licht ausgeschaltet. Aufnahmen der führenden Presseagenturen rücken den Kerzenschein nun in ein anderes Licht.

Gerade gestern veröffentlichte die Frankfurter Rundschau einen Leserbrief des Gesandten des Staates Israel in Berlin, Ilan Mor, in dem es u.a. heißt: „Obwohl es […] keine ‚humanitäre Krise’ im Gaza-Streifen gibt, hat die Hamas dafür gesorgt, mittels einer Propagandakampagne eine solche zu suggerieren. Individuelle Krisen wurden als Notlagen der Gesamtbevölkerung dargestellt. Der Eindruck, der in den internationalen Medien erzeugt wurde, hält bei genauerem Hinsehen der Realität vor Ort nicht stand.“

Stromausfall im Krankenhaus? (Foto: AP)

Der Monitor funktioniert (Foto: AP)

Diese und weitere Aufnahmen

finden sich unter dem folgenden Link: http://www.honestlyconcerned.info/

Brief des Gesandten Ilan Mor, stellv. Botschafter

Ilan Mor

Israel hat die Pflicht, seine Bürger zu schützen

Nachdem im Juni 2007 die Hamas, eine Terrororganisation, gewaltsam die Macht im Gaza-Streifen ergriffen hatte, war Israel gezwungen, seine Güterlieferungen dorthin zu reduzieren. Seinen moralischen Werten gemäß hat es die Grundbedürfnisse der Bevölkerung jedoch weiterhin gesichert. Obwohl es insofern keine "humanitäre Krise" im Gaza-Streifen gibt, hat die Hamas dafür gesorgt, mittels einer Propagandakampagne eine solche zu suggerieren. Individuelle Krisen wurden als Notlagen der Gesamtbevölkerung dargestellt. Der Eindruck, der in den internationalen Medien erzeugt wurde, hält bei genauerem Hinsehen der Realität vor Ort nicht stand. Als UNRWA-Generalkommissarin sollte die Autorin über die Lage zumindest soweit im Bilde sein, um nicht zu ignorieren, dass den von ihr monierten Plastiktütenengpässen im Gaza-Streifen auf israelischer Seite gewichtige Probleme gegenüberstehen.

Der primäre Grund für die zeitweilige Schliessung der Übergänge ist, dass die palästinensischen Terrororganisationen Tag für Tag Raketen auf Ortschaften in Israel abfeuern. Allein in den letzten drei Wochen wurden mehr als 300 Kassam-Raketen gezählt, im vergangenen Jahr ca. 800, seit 2001 insgesamt über 3000. Wie jeder Staat der Welt betrachtet es Israel als seine Pflicht, die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten.

Die Hamas hat keinerlei Anstrengung unternommen, den Beschuss zu verhindern. Vielmehr hat sie selbst Mörsergranaten auf eben jene Grenzübergänge abgeschossen, die von mit Hilfsgütern beladenen Lastwagen passiert werden. Es ist nicht zuletzt dieser Beschuss, der die reibungslose Versorgung behindert.

Bei all dem darf nicht vergessen werden, dass Israel sich vor zweieinhalb Jahren vollständig aus Gaza zurückgezogen hat. Zum Dank muss es seitdem eine rasante Steigerung des Terrors erleben. In tendenziösen Kommentaren wird es weiterhin als "Besatzungsmacht" bezeichnet. Was würden andere demokratische Länder tun, wenn täglich Raketen auf ihre Städte niederprasselten? Gibt es ein Patentrezept?

Ilan Mor, stellv. Botschafter des Staates Israel, Berlin

zum Seitenanfang

Weitere Berichte:

zum Seitenanfang
Druckbare Version
Wachsender Unmut in Ägypten
Ilan Mor zur Lage in Gaza