Ilan Mor zur Lage in Gaza

Ilan Mor

Der Gesandte des Staates Israel in Berlin, Ilan Mor, hat in einem Leserbrief an die Frankfurter Rundschau zur aktuellen Situation im Gaza-Streifen Stellung genommen. Er reagierte damit auf einen Gastbeitrag der UNWRA-Generalkommissarin Karen Koning Abuzwayd, die Israel zuvor der vermeintlich „unmenschlichen Abriegelung“ des Gaza-Streifens bezichtigt hatte.

„Nachdem im Juni 2007 mit der Hamas eine extremistische Terrororganisation gewaltsam die Macht im Gaza-Streifen ergriffen hatte, war Israel gezwungen, seine regelmäßigen Güterlieferungen dorthin zu reduzieren. Seinen moralischen Werten gemäß hat es die Grundbedürfnisse der Bevölkerung jedoch weiterhin gesichert. Obwohl es insofern keine „humanitäre Krise“ im Gaza-Streifen gibt, hat die Hamas im Anschluss an die vorübergehende Schliessung der Grenzübergänge vor gut zwei Wochen dafür gesorgt, mittels einer Propagandakampagne eine solche zu suggerieren. Individuelle Krisen wurden publik gemacht und als Notlagen, die von der gesamten Bevölkerung durchlitten werden, dargestellt. Der Eindruck, der dabei in den internationalen Medien erzeugt wurde, hält bei genauerem Hinsehen der Realität vor Ort nicht stand. Als Generalkomissarin der UNRWA sollte die Autorin über die Lage vor Ort zumindest soweit im Bilde sein, um nicht ignorieren zu können, dass den von ihr monierten Plastiktütenengpässen im Gaza-Streifen auf israelischer Seite gewichtige Probleme gegenüberstehen.

Der primäre Grund für die zeitweilige Schließung der Übergänge und die Einschränkung des Warenverkehrs liegt darin, dass die palästinensischen Terrororganisationen im Gaza-Streifen Tag für Tag Raketen und Mörsergranaten auf nahe gelegene Ortschaften in Israel, v.a. die Grenzstadt Sderot, abfeuern. Allein in den zurückliegenden drei Wochen wurden mehr als 300 Kassam-Raketen gezählt, im vergangenen Jahr waren es ca. 800, seit dem Jahr 2001 insgesamt über 3000. Wie jeder Staat der Welt betrachtet es der Staat Israel als seine Pflicht, die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten.

Als die gegenwärtig herrschende Macht im Gaza-Streifen hat die Hamas keinerlei Anstrengung unternommen, den Beschuss zu verhindern. Vielmehr hat sie selbst Mörsergranaten auf eben jene Grenzübergänge abgeschossen, die die mit Hilfsgütern beladenen Lastwagen passieren. Es ist nicht zuletzt dieser Beschuss, der die reibungslose Lieferung von Versorgungsgütern behindert. Auch der wiederholte Missbrauch humanitärer Hilfe durch Terroristen ist in diesem Zusammenhang nicht gerade hilfreich.

Bei all dem darf nicht vergessen werden, dass Israel sich bereits vor zweieinhalb Jahren vollständig aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hat. Zum Dank muss es seitdem eine rasante Steigerung des palästinensischen Terrors erleben und sich weiterhin in tendenziösen Kommentaren als „Besatzungsmacht“ bezeichnen lassen. Was würden andere demokratische Länder tun, wenn täglich Raketen auf ihre Städte niederprasseln würden? Gibt es ein Patentrezept?“

Siehe auch: http://www.fr-online.de/in_und_ausland
7.Februar 2008

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