Grenzdurchbruch von langer Hand geplant
Der Durchbruch der Grenzanlage zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten in Rafiah ist von palästinensischer Seite offensichtlich schon seit langem vorbereitet worden. Wie aus dem Umkreis der sog. Volkswiderstandskomitees (PRC) mitgeteilt wird, haben Mitglieder der Hamas bereits seit Monaten an den Fundamenten der Anlage gesägt, um deren eventuellen Einsturz zu erleichtern.
Ein hochrangiger Hamas-Mann hat dies teilweise bestätigt, jedoch erzählt, dass es Angehörige der PRC waren, die unter den Augen von Polizeikräften der Hamas auf den Einbruch der Anlage den Weg hingearbeitet hätten.
Nach Einschätzungen des israelischen Sicherheitskabinetts haben gestern bis zu 350 000 Palästinenser die Grenze nach Ägypten passiert – im Gaza-Streifen hatte man von einer weitaus höheren Zahl gesprochen.
In den Reihen der israelischen Regierung und des Sicherheitsapparats ist die Rolle Ägyptens bei dem Grenzdurchbruch in Rafiah starker Kritik ausgesetzt worden. So meinte etwa Verteidigungsminister Ehud Barak gestern gegenüber dem Fernsehsender Channel 10: „Ich glaube, Ägypten weiss, was es zu tun hat, und wir erwarten von ihnen die Erfüllung ihrer Aufgabe im Rahmen der Abkommen.“
Sicherheitsquellen zufolge erweckt das Verhalten Ägyptens die Sorge, dass Kairo absichtlich israelische Forderungen ignoriert. Weiterhin werde dem Waffenschmuggel über die Grenze nicht angemessen begegnet.
Hamas hat „Auftritte im Dunkeln” inszeniert
Bei mindestens zwei Gelegenheiten inszenierte die Hamas diese Woche „Auftritte im Dunkeln“ als Teil ihrer Kampagne gegen die politischen und wirtschaftlichen Sanktionen Israels gegen den Gazastreifen, das haben am Mittwoch zwei palästinensische Journalisten zugegeben. Im ersten Fall waren die zum Treffen der Hamas-Regierung geladenen Journalisten erstaunt, Premierminister Ismail Haniyeh und seine Minister um einen Tisch mit brennenden Kerzen vorzufinden. Im zweiten Fall stellten Journalisten am vergangenen Dienstag fest, dass die Hamas-Gesetzgeber bei ihrem Treffen in Gaza-Stadt ebenfalls vor brennenden Kerzen saßen. Einige der Journalisten bemerkten jedoch, dass es eigentlich gar keinen Grund gab, um Kerzen zu benutzen, da beide Treffen bei Tageslicht abgehalten wurden. „Sie hatten die Vorhänge in den Räumen zugezogen, um so den Eindruck zu erwecken, dass auch die Hamas-Führer leiden würden, als Ergebnis der Stromunterbrechung“, verriet einer der Journalisten einer israelischen Tageszeitung. „Es war offensichtlich, dass die ganze Sache inszeniert war.” Ein weiterer Journalist sagte, dass er und seine Kollegen angewiesen wurden, ein paar Minuten zu warten, bevor sie den Raum des palästinensischen Legislativrates betreten durften, so dass jeder der Beamten genug Zeit hatte, um seine Kerze zu entzünden. Als der Reporter dann sah, dass die Vorhänge zugezogen worden waren, um das Tageslicht abzuhalten, begriff er, dass die Hamas im Begriff stand, die Medien für ihre politischen Ziele zu manipulieren.
Verbesserte Sicherheitskooperation
Judäa und Samaria hat sich im vergangenen Jahr erheblich verbessert. So geniessen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) völlige Handlungsfreiheit in den Städten des Westjordanlandes, während sich die Zahl der als wichtig eingestuften Treffen zwischen israelischen und palästinensischen Offizieren mehr als verdoppelt hat.
Gleichzeitig ist auch die Zahl der von den palästinensischen Sicherheitskräften in Abstimmung mit der israelischen Armee durchgeführten Operationen stark angestiegen. Während vor der Formierung der neuen Regierung unter Ministerpräsident Salam Fayyad im Juni 2007 noch 46 bewaffnete Operationen im Westjordanland genehmigt wurden, waren es seitdem ganze 371.
Nach wie vor kritisiert man in israelischen Sicherheitskreisen jedoch das nachlässige Vorgehen der palästinensischen Sicherheitskräfte nach der Ermordung von David Rubin und Ahikam Amihai nahe Hebron.
Quelle: jns und Agenturen
24.Januar 2008
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