Israel zittert vor Barack Obama

Angst vor neuer US-Nahost-Politik

Obamas Visionen für einen «Change» in den USA sorgt für Ängste unter den Israelis (keystone)

Senator Barack Obama gewinnt auch die Vorwahlen unter den Demokraten im Ausland. Dies ist der 11. Sieg über seine Konkurrentin Hillary Clinton in Folge. In Israel wird Obamas Siegeszug mit grösster Besorgnis mitverfolgt.

In Israel sind die Meinungen zum demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama gemacht: «Obama ist offenbar ein Muslim. Und das wäre nicht gut für uns Israeli», sagt eine Israelin in einer Umfrage des israelischen Nachrichtensenders «Arutz Stei’im».

Lieber McCain als Barack Obama

Israel von höchster Priorität: Die USA sind ein wichtiger Verbündeter Israels. Seit der Staatsgründung hat das Land offiziell 148 Milliarden US-Dollar bekommen, die USA haben 33 israel-kritische Resolutionen im UN-Sicherheitsrat blockiert.

Viele Israeli bauen deshalb auf die enge Beziehung zu den USA – und sehen diese mit einem US-Präsidenten Obama akut gefährdet. «Barack Obama würde wohl Israel und möglicherweise die Palästinenser am stärksten unter Druck setzen», sagt Roni Bart vom Institut für Sicherheitsstudien in Tel Aviv gegenüber dem Schweizer Fernsehen. «Aber keine Regierung schätzt Druck – schon gar nicht ausländischen. Also würde es Israel vorziehen, wenn McCain und nicht Obama ins Weisse Haus einzieht.»

Wer die israelische Regierung nicht zu 100 Prozent unterstützt, ist für Israel kein geeigneter Kandidat – geschweige denn der nächste US-Präsident.
Quelle: SF
21.Februar 2008

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