Israel erbost über Äusserung Erdogans

Durch Kassam-Raketen würden nur einige wenige Israelis beeinträchtigt, durch israelische Angriffe hingegen würden "fast zwei Millionen Palästinienser" attackiert, sagte der türlische Minsiterpräsident Recep Tayyip Erdogan (Foto: Wikipedia)

In der Beziehung zwischen Israel und der Türkei sind in den vergangenen Tagen Spannungen aufgetreten. Der türkische Premierminister Tayyid Erdogan hatte am Dienstag gesagt, dass bei jedem Anschlag der israelischen Armee (IDF) Dutzende von Palästinensern stürben, während bisher kein Israeli durch eine Kassam-Rakete getötet worden sei.

"Die Menschen im Gazastreifen stehen einer humanitären Tragödie gegenüber", sagte Erdogan. "Wir können nicht akzeptieren, dass fast zwei Millionen unschuldige Menschen 'nur' wegen ein paar Raketen attackiert werden. Wenn wir unsere israelischen Kollegen fragen, wie viele israelische Bürger bei Militäreinsätzen sterben, erhalten wir keine Antwort."

Ranghohe Vertreter des israelischen Aussenministeriums legten dem türkischen Botschafter in Israel, Namik Tan, am Mittwoch ein Protestschreiben vor und forderten eine Klarstellung zu Erdogans Aussagen.

"Israel enttäuscht von Türkei"

"Israel ist sehr enttäuscht von Erdogans Stellungnahme angesichts der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Israel erwartet von einer Nation, die selbst gegen den Terror vorgeht, eine andere Antwort", so ein Vertreter des Aussenministeriums.

Zudem plant die israelische Aussenministerin Zipi Livni, mit ihrem türkischen Kontrahenten Ali Babacan zu sprechen. Wie die Tageszeitung "Ha´aretz" berichtet, sei auch ein Telefongespräch zwischen dem israelischen Premierminister Ehud Olmert und Erdogan in Erwägung gezogen worden.

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